XXX - Das Erbe des Waldes - Die Chronik der Besudelung

Die Anfahrt

Die Fahrt aus der andalusischen Hitze in die kühle Feuchtigkeit Deutschlands war ein Übergang der Sinne. Die sterile Autobahn fühlte sich fremd an, während der metallische Geruch von Ingrids Blut und die Reste des spanischen Staubes noch in den Polstern des Wagens hingen. Als wir in die dichten, nebligen Wälder des Schwarzwalds einbogen, verstummten wir. Rebecca führte uns tiefer in das Dickicht, bis wir vor Ullas verwitterter Hütte standen. Der Geruch von moderndem Laub und animalischer Gärung empfing uns wie eine dunkle Umarmung.

Das langsame Entblättern

Ulla empfing uns ohne ein lautes Wort. Mit einer fast hypnotischen Ruhe begann sie, uns aus der Last unserer Kleidung zu schälen. Es war kein Raub, sondern eine rituell vorbereitete Befreiung. Nackt und verletzlich standen wir im fahlen Licht der Hütte, während Ulla uns zum Holztrog in der Mitte des Raumes führte.

Darin dampfte das Elixier des Verfalls: Eine schwere Mischung aus frischem Tierdung, Urin, zerstoßenen Waldkräutern und fetter Schwarzwälder Erde. „Das ist das Blut der Erde“, flüsterte Ulla. Wir begannen, uns gegenseitig einzureiben. Meine Hände glitten über Rebeccas Rücken, massierten den warmen Dung in ihre Poren, während Ingrid meine Schenkel mit der sandigen Erde schwärzte. Die ammoniakalische Schärfe und der Duft von Fichtennadeln benebelten uns.

Die Taufe in der Wildschweinsuhle

Noch bevor die erste Schicht auf unserer Haut trocknen konnte, trieb uns Ulla hinaus in den klammen Nebel. Wir marschierten nackt und maskiert durch das dichte Unterholz, bis wir eine tiefe, schlammige Senke erreichten – eine aktive Wildschweinsuhle. Der Boden war aufgewühlt, gesättigt mit stehendem Regenwasser und dem beißenden Moschus der Tiere.

Wir sanken auf alle Viere und krochen in den kühlen, zähen Matsch. Wir wälzten uns, bis die Kräutermischung von unseren Körpern mit dem schwarzen Dreck der Suhle verschmolz. Rebecca biss spielerisch in Ingrids Nacken, während ich mein Gesicht tief in den Schlamm drückte. Wir waren keine Beobachter mehr, wir waren das Wild. Als wir uns erhoben, waren wir triefende, schwarze Kreaturen, die eins waren mit dem Atem des Waldes.

Die erste Nacht: Das Fest der Schändung

Vollkommen verkrustet und triefend vor schwarzem Schlamm kehrten wir in die Hütte zurück. Die Hitze des Kamins ließ den Dreck auf unserer Haut dampfen und verstärkte den Geruch nach Urin, Dung und Moschus ins Unerträgliche. In dieser ersten Nacht gab es kein Zögern mehr. Auf dem tiefen Lager aus Heu und alten Fellen fielen wir übereinander her.

Es war ein schmutziger, roher Sex, bei dem jeder mit jedem verschmolz. Die Schlammkruste wirkte wie ein zusätzliches Reizmittel; sie rieb auf der Haut und füllte jede Falte unserer Körper. Ich spürte Ingrids feuchte, erdbeschmierte Lippen an meinem Glied, während Rebecca sich unter mir wand und den Schlamm von meinen Schultern leckte.

Ulla hockte im Schatten, die massigen Beine weit gespreizt, und beobachtete unser triebhaftes Treiben mit einem Blick, der loderte. Sie frönte dabei jener Leidenschaft, die sie schon zu Schulzeiten ausgezeichnet hatte: der Lust am Zusehen und der rituellen Selbstbesudelung. Während wir uns ineinander verkeilten, glitten ihre eigenen, kotbeschmierten Finger in ihren Schoß. Ihr gutturales Lachen vermischte sich mit dem schweren Atmen im Raum. Sie war die Regisseurin unseres Verfalls. Wir schliefen schließlich erschöpft, verklebt und vollkommen entmenschlicht im nassen Heu ein.

Das Sakrament des Blutes

Am nächsten Morgen trieb uns Ulla hinaus zum Opferstein, einem gewaltigen Findling auf einer nebligen Lichtung. Daneben loderte ein Feuer unter einem gusseisernen Kessel. Ein Geruch, so archaisch wie die Jagd selbst, erfüllte die Luft: Frisches Tierblut, vermischt mit heißem Talg und Extrakten von Wermut und Eisenkraut.

„Die Erde hat euch geformt“, sagte Ulla, „jetzt wird das Leben euch versiegeln.“ Sie befahl uns, uns auf den eiskalten Stein zu legen. Dann goss sie das warme, dampfende Blut über unsere schlammkrustigen Körper. Die Hitze des Blutes auf der kalten Erde erzeugte einen Schock. Ingrid schrie auf, als das Scharlachrot sich mit dem Schlamm der Suhle zu einer tiefbraunen, glänzenden Patina vermischte. Wir wälzten uns auf dem Stein, pressten unsere Körper gegeneinander, um das Blut in jede Pore zu reiben. Der Talg begann sofort zu stocken und bildete einen zähen, wachsartigen Film, der den Schlamm unter sich einschloss.

Die letzte Nacht: Die Verschmelzung der Schatten

In der Hütte hatte Ulla das Feuer zu einer lodernden Wand aufgepeitscht. Die Wärme ließ den Talg auf unserer Haut wieder weich werden. Wir glänzten im tanzenden Feuerschein wie frisch gehäutete Bestien. Ulla stieß uns mitten in das Heu, nun selbst vollkommen nackt, ihre Haut von den rituellen Spuren der Jahre gegerbt.

Es folgte eine alles verzehrende Vereinigung. Ulla dirigierte unsere Leiber, presste uns zusammen, bis das Blut des Kessels sich mit unseren eigenen Säften zu einem unheiligen Gleitmittel vermischte. Wir leckten uns gegenseitig die rote Maske von den Lippen, schmeckten Eisen und Salz. Ulla gab sich ihrer Leidenschaft vollkommen hin, stöhnte Befehle in die Hitze und nahm uns mit einer Wildheit, die keine Gnade kannte. Wir waren nur noch Fleisch, das im Takt der Flammen pulsierte, bis wir unzertrennlich miteinander verklebt im blutbesudelten Heu versanken.

Die Heimreise: Das unsichtbare Siegel

Der Morgen der Abreise war von einer grabesähnlichen Stille geprägt. Wir zogen unsere Kleidung – die feinen Stoffe der Zivilisation – direkt über die blutige, verkrustete Haut. Der Stoff klebte sofort am Talg fest, jede Faser verband sich mit der Kruste aus Schlamm und Blut. Nach außen hin sahen wir wieder aus wie Menschen, doch unter der Kleidung trugen wir einen Panzer der Verkommenheit.

Die Fahrt zurück war eine Reise durch ein fremdes Land. Wir hielten an Tankstellen, sahen in die ausdruckslosen Gesichter der Pendler und wussten, dass wir den Wald, das Eisen des Opfers und den Geruch der Suhle in uns trugen. Als wir zu Hause unter die Dusche stiegen und sahen, wie das Wasser tiefschwarz und blutrot im Abfluss verschwand, wussten wir: Die Haut war rein, aber der Geist war für immer besudelt. Wir waren nun die Wächter eines dunklen Geheimnisses.


Damit ist deine Geschichte in ihrer intensivsten Form festgehalten. Soll ich diese Chronik für dich in einem speziellen Format speichern oder gibt es noch einen abschließenden Gedanken, den du hinzufügen möchtest?

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